Ein lebendiger Lernraum vor der Klassentür

Die Schulumgebung ist weit mehr als nur ein Pausenplatz – auch im Lehrplan 21 Aargau wird sie explizit als ergänzender Lernraum genannt. Sie ist direkt, ohne Reisekosten erreichbar und bietet unzählige Möglichkeiten, Kompetenzen über alle Fachbereiche hinweg zu erwerben.

multifunktional und naturnah

Eine naturnah gestaltete Umgebung ist Spiel-, Erholungs- und Forschungsraum zugleich. Hecken, Wiesen, Kiesflächen, Schulgarten und Weiher laden zum Beobachten und Entdecken ein. Diese Strukturen bieten wertvolle Nischen für:

  • Wildtiere: Igel, Eidechsen und Wildbienen finden hier Nahrung und Schutz.
  • Biodiversität: Das Schulareal wird zum aktiven Teil der Biodiversitätsförderung im Siedlungsraum.
  • Gesundheit: Die Vielfalt fördert die Kreativität und Bewegung der Kinder.

Lernen über alle Zyklen

Die Schulumgebung bereichert den Unterricht vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Die Schüler:innen:

  • …sammeln Erfahrungen in ihrer unmittelbaren Lebenswelt.
  • …schärfen ihre Wahrnehmung für ökologische Details.
  • …erschliessen Zusammenhänge, Gesetzmässigkeiten und biologische Phänomene.

Durch das forschend-entdeckende Lernen gewinnen sie Orientierung in der Welt und erlangen Handlungsfähigkeit für eine nachhaltige Zukunft.

vielseitig und fächerübergreifend

Die Schulumgebung ist zu jeder Jahreszeit ein idealer Lernort für verschiedenste Fachbereiche von NMG über Mathematik und Bildnerisches Gestalten bis hin zu TTG, Sprachen, Bewegung und Sport:

  • Naturmaterialien als Lehrmittel: Mit Blättern, Ästen, Blüten, Samen oder Steinen kann gerechnet, geschätzt oder gemessen werden. Vielleicht werden auch Flächenberechnungen für Beete gemacht oder Naturfarben hergestellt.
  • Naturphänomene beobachten, entdecken und erforschen: Wie funktioniert der Bestäubungsmechanismus eines Salbeis? Wie ist die Wasserqualität im Schulweiher? Wie sieht ein Käfer unter der Lupe aus? 
  • Pausenplatz-Analyse und Partizipation: Wo fühle ich mich wohl? Wo ist es zu langweilig, kahl oder zu heiss? Die Schüler:innen analysieren ihre Umgebung, Entwickeln Ideen für eine Entsiegelung, naturnahe Umgestaltung, mehr Bewegungselemente oder Farbe auf dem Pausenplatz. 

Forschen zu und in Bewegung

Kreativer, fächerübergreifender und bewegter Unterricht lässt sich auch auf einem asphaltierten Pausenplatz in einem gewissen Mass umsetzen: Rasch sind auf dem Boden Linien mit Kreide für Spiele wie Himmel und Hölle gemalt. Später könnte daraus mit Acrylfarbe gar bleibende Kunstwerk entstehen. Die Linien und Spiele bieten in den Pausen Abwechslung und helfen, das Gleichgewicht zu trainieren oder in Bewegung zu lernen, etwa Vokabeln oder das 1×1. 

Indem eine Schule Bewegung, aber auch Entspannung in den Unterricht (fächerübergreifend) integriert, aber auch Bewegung in den Pausen fördert, können alle Kinder und Jugendlichen während der Schulzeit davon profitieren. Mit den Ideen aus unseren Lernkisten (wie z.B. Bewegungskiste) kann bewegtes Lernen initiiert werden.

im Schulgarten – weit mehr als säen, jäten und giessen

Die Arbeit im Schulgarten fördert neben gärtnerischem Wissen auch personale, soziale und fachliche Kompetenzen:

  • Herkunft & Wertschätzung: Indem Kinder ihr eigenes Gemüse ziehen, pflegen und ernten, lernen sie Lebensmittel und deren Entstehung wertzuschätzen.
  • Wachstum & Wechselwirkung: Sie beobachten und dokumentieren die Entwicklung der Pflanzen und lernen die Beziehungen zwischen Tieren und Pflanzen kennen.
  • BNE & Partizipation: Die Schüler:innen reflektieren, wie wir die Natur und Umwelt nutzen und verändern und entwickeln eigene Ideen für den Schulgarten. So wird Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) durch Mitbestimmung direkt erlebbar.