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An erster Stelle für einen sicheren Ausflug steht eine seriöse Planung. Die Lehrperson ist verpflichtet, die notwendigen Massnahmen zur Sicherheit zu ergreifen und die Aufsichtspflicht wahrzunehmen. Dies setzt eine tragfähige Beziehung von Lehrperson und Schüler:innen voraus. Die Lehrperson ist für die Risikoeinschätzung verantwortlich. Dazu gehört auch das Einschätzen des Verhaltens der Klasse oder einzelnen Schüler:innen.
Unterricht in Halbklassen bietet sich an, um übersichtlichere Verhältnisse zu schaffen. Sollte es in der Klasse Kinder oder Jugendliche haben, welche durch ihr Verhalten ein Risiko für sich oder andere darstellen, sollten diese sehr eng betreut werden, um ein solches Risiko zu minimieren. In solchen Fällen sind weitere Betreuungspersonen einzubeziehen. Falls das Risiko nicht vertretbar ist, können solche Kinder für die Dauer der Aktivität in anderen Klassen untergebracht werden, um der Klasse ein ausserschulisches Lernerlebnis zu ermöglichen.
Bei Exkursionen an Bäche, Flüsse oder Seen gilt grundsätzlich, dass nicht ins Wasser gestiegen wird. An Fliessgewässern ist die Risikoeinschätzung sehr anspruchsvoll. Deshalb ist ein angemessener Abstand vom Wasser und von steilen Ufern einzuhalten. In Wassernähe gilt für Betreuungspersonen zudem, Kinder immer im Auge zu behalten und in unmittelbarer Nähe zu bleiben. Kinder und Betreuungspersonen müssen sich gegenseitig immer sehen können.
Unabhängig der Gruppengrösse sollten zwei Betreuungspersonen anwesend sein, um im Notfall angemessen reagieren zu können. Als Faustregel für Gruppen mit regulärem Verhalten: An übersichtlichen Stellen das Betreuungsverhältnis 1:12, sprich eine Betreuungsperson auf 12 Teilnehmende. Bei abweichenden Voraussetzungen sollte das Betreuungsverhältnis entsprechend erhöht werden. Bei einer Exkursion an einen See mit einer Kindergartenklasse wäre ein Verhältnis von 1:6 angebracht.
Sobald einzelne Teilnehmende das Risiko massiv erhöhen, sollen diese entweder individuell betreut oder von der risikoreichen Aktivität ausgeschlossen werden.
An Gewässern oder in Naturschutzgebieten ist es angezeigt, auf den markierten Wegen zu bleiben, Lernaufträge von sicheren Brücken aus durchzuführen oder ans seichte Wasser auszuweichen. Viele Erfahrungen lassen sich anstatt am Fluss auch im flachen Wasser des Dorfbaches oder am Schulteich machen. Trotz allen Risiken sind geeignete Herausforderungen und eigene Erfahrungen nicht nur für den Wissenserwerb von entscheidender Bedeutung, sie sind zentral für den Erwerb der Risikokompetenz von Schüler:innen. Wie auch im Sportunterricht gilt: Mut tut gut.
Dazu braucht es klare Regeln.