Verborgenes sichtbar machen…

Oft ist uns nicht bewusst, welche tragende Rolle der Boden spielt. Während wir Pflanzen beim Wachsen zusehen, geschieht das Wesentliche im Verborgenen: Das unterirdische Gewusel der Bodenlebewesen, das Versickern von Wasser und das Speichern von CO2.

Warum den Boden im Unterricht thematisieren?

  • Biodiversität hautnah: Ohne Bodenlebewesen, die Laub abbauen und den Boden belüften, wären unsere Ökosysteme.
  • Experimentelles Lernen: Boden lässt sich einfach mit Schülerinnen und Schülern untersuchen. Bodeneigenschaften können getestet, der pH-Wert gemessen, Bodentiere untersucht und die Reinigungswirkung nachgebaut und beobachtet werden. Wechselwirkungen von Pflanzen, Tieren, Mensch und Klima können hier ebenfalls erforscht werden. 
  • Vielfalt in der Nähe erlebbar: Ob Asphalt, Wiese oder Waldboden – in Gehdistanz zum Schulhaus finden sich unterschiedlichste Untergründe, die es zu riechen, zu spüren und zu betasten gilt.
  • Ganzheitlicher Zugang: Hier begegnen Schüler:innen dem Boden fächerübergreifend und mit allen Sinnen – über alle vier Jahreszeiten hinweg.
  • Wissenschaftliches Arbeiten: Böden und Bodenprofile bieten vielfältige Möglichkeiten, um die Bodeneigenschaften zu untersuchen. Dazu gehören Messungen des pH-Werts und von Nitrat, die Unterscheidung der Bodenhorizonte vom Gestein bis zum Humus, die Bestimmung der Bodenart, aber auch das Kennen von Zeigerpflanzen. 

Bodenschutz für alle wichtig

Wertvoll und nicht erneuerbar: Boden entwickelt sich über Jahrtausende und zählt deshalb zu den nicht erneuerbaren Ressourcen. Der sorgfältige und haushälterische Umgang mit Boden ist für die Zukunft unerlässlich. 

Im Kanton Aargau sind im schweizweiten Vergleich die Wohnflächen pro Person höher, der Anteil an Einfamilienhäusern grösser und der Versiegelungsgrad hoch. Der Druck auf die unverbauten, natürlichen Lebensräume nimmt zu. Kinder und Jugendliche für den Bodenschutz zu sensibilisieren, ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. 

Im Nachhaltigkeitsbericht des Kantons ist der Boden in den Kapiteln «U1 Bodenverbrauch durch Siedlungsentwicklung» und «U2 Bodenqualität» thematisiert. 

Boden als Ernährungsgrundlage

Fruchtbarer Boden ist unsere Ernährungsgrundlage. Auf ihm wächst die Nahrung für uns Menschen und für die Nutztiere. Erosion, zu viel Dünger und Pestizide sowie Überbauen, Versiegeln und Verdichtung gefährden aber den fruchtbaren Boden. Eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft sucht Wege, um den Boden möglichst schonend zu bewirtschaften. 

Mit der Wahl unserer Lebensmittel können wir einen Beitrag leisten, um möglichst viel fruchtbaren Boden zu erhalten. Mit einem Schulgarten kann die Wichtigkeit von Boden als Ernährungsgrundlage bestens in den Unterricht integriert und ausprobiert werden.