Lebensader und Zukunftsfrage direkt vor der Schulhaustür

Wasser ist allgegenwärtig – besonders im Kanton Aargau mit seinen prägenden Flusslandschaften und Seen. Vom täglichen Trinkwasser bis hin zu komplexen Ökosystemen bietet das Thema Gewässer unerschöpfliche Möglichkeiten für den NMG- und NT-Unterricht, oft nahe beim Schulhaus:

  • Beobachten & Erforschen: An Bächen und Seen lassen sich Kreisläufe, Nahrungsnetze und die Biodiversität entdecken.
  • Aktualität & Klimawandel: Themen wie Trockenheit, Starkniederschläge und die Sicherung der Stromversorgung machen Wasser zu einer zentralen Zukunftsfrage.
  • Visionen entwickeln: Innovative Konzepte wie die Schwammstadt oder Flussrenaturierungen zeigen Kindern und Jugendlichen auf, wie wir Nutzungskonflikte lösen und Ressourcen schützen können.

Ob als Erholungsraum, Transportader oder Lebensraum für bedrohte Arten – das Thema Wasser gehören zur Kulturgeschichte des Kantons. Mit den Materialien von Expedio erkunden die Schüler:innen das nasse Element als Forscher:innen und Gestalter:innen von morgen.

Lernort Weiher

Weiher sind seit jeher Oasen in unserer Landschaft und finden sich fast in jedem Dorf. Sie bieten für Pflanzen und Tiere einen wertvollen Lebensraum. Diesen Lebensraum mit allen Sinnen wahrnehmen, ist ein Erlebnis für die Schülerinnen und Schüler.

Warum den Weiher im Unterricht thematisieren?

  • Aus dem Kleinen auf die grossen Dinge der Welt schliessen: Dazu bietet der Weiher als Ökosystem eine ideale Umgebung, indem er Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen sichtbar macht. Auch der menschliche Einfluss sowie dessen Geschichte wird für die Lernenden eindrücklich sichtbar.
  • Der Weiher ist ein idealer Lernort für den entdeckend-handelnden Unterricht vor der Schulhaustür. Durch die meist geringe Wassertiefe und weil es ein Stillgewässer ist, sind die Risiken bei der Arbeit mit einer Schulklasse überschaubar.
  • Der Weiher ist ein gutes Beispiel um den Verlauf der Jahreszeiten am authentischen Objekt zu beobachten und zu hinterfragen.
  • Die Schülerinnen und Schüler lernen und begegnen dem Weiher ganzheitlich und fächerübergreifend über alle vier Jahreszeiten und mit allen Sinnen.

     

  • Mögliche Fragestellungen sind:
    • Wer frisst wen im Weiher?
    • Welche ökologische Qualität hat der Weiher?
    • Was krabbelt und schwimmt denn da?
    • Wie verändert sich ein Weiher vom Wasser zum Ufer?
    • Was wächst denn am Weiher?

Bioindikation – Was kreucht und fleucht?

Mit der Methode der Bioindikation entdecken die Schülerinnen und Schüler wie lebendig ein Fliessgewässer, wie z.B. ein Bach ist. Anhand der Wassertiere können sie erforschen, wie es um die Sauberkeit des Wassers steht. Sie entdecken die Zusammenhänge zwischen den Kleinlebewesen, wie Köcherfliege und Bachflohkrebs und der Wasserqualität.

 Es ergeben sich spannende Fragestellungen: Wie sauber ist der Bach in unserer Gemeinde wirklich? Wie muss ein Bach aussehen, damit sich die Tiere dort wohlfühlen?

Die Schüler:innen lernen anhand der Bioindikation Daten aufzunehmen, eine Untersuchung zu planen, durchzuführen und auszuwerten. Expedio unterstützt dabei durch die Forschungsaufträge, den Online-Bestimmungsschlüssel “Kleinlebewesen” und das Online-Bewertungstool für Bachabschnitte

Was haben Auen und Bach gemeinsam?

Was sind Auen?

Unverbaute Bäche und Flüsse suchen sich immer wieder neue Wege und je nach Wasserstand überschwemmen sie grosse Flächen der Landschaft. Diese Gebiete nennt man Auen. Was sich dramatisch anhört, ist in der Realität eine grosse Chance für die Natur: Auf den Kiesbänken dieser Gebiete gedeihen spezialisierte Pflanzen, die auch bei starker Strömung standhalten. Biber, Eisvögel und Libellen sind bekannte Bewohner von Auen. 

Mit der Schulklasse Auen und Bach erkunden:

  • Je grösser ein Fluss, desto grösser wäre seine natürliche Aue. Mehr als jeder zweite Regentropfen fliesst über die Aare, die Reuss und den Rhein aus der Schweiz. An vielen Orten in der Schweiz lernt man die Auen wieder schätzen, wie z.B. am Chly Rhy bei Rietheim. Mittlerweile wurden mehr als dreissig Kilometer Fliessgewässer im Kanton Aargau aufgewertet, der Auenschutzpark ist entstanden. Die Auengebiete sind frei zugänglich – auch für Schulklassen. 
  • Doch viele Aspekte von dynamischen Fliessgewässern können Klassen auch am Dorfbach entdecken: die Ökomorphologie – also wie das Bachbett und dessen Ufer beschaffen sind –, betrachten, Tier- und Pflanzengesellschaften kennenlernen, die Bodenbeschaffenheit erforschen und die Dynamik im Laufe der Jahreszeiten beobachte.

Metamorphose – das Wunder der Verwandlung

Die Verwandlung vom Ei zum erwachsenen Tier gehört zu den faszinierendsten Phänomenen der Natur. An Weihern, Teichen und Tümpeln können die Schüler:innen diesen komplexen Prozess der Metamorphose beobachten und dokumentieren.

  • Die Schüler:innen lernen verschiedene Arten und deren Entwicklungsstadien kennen: z.B. vom Laich zur Kaulquappe bis zum adulten Frosch. Handelt es sich um Frosch-, Kröten- oder Molchlaich? Ist das schwarz-gelbe ein Feuersalamander?
  • Neben Amphibien bietet auch die Entwicklung von Libellen – von der räuberischen Unterwasserlarve zur schillernden Flugkünstlerin – ein eindrückliches Beispiel für den Lebensraumwechsel.

Warum die Metamorphose im Unterricht thematisieren?

Die Metamorphose deckt zentrale Kompetenzen des Lehrplan NMG 2 «Tiere, Pflanzen und Lebensräume erkunden und erhalten" ab, fördert das Beobachten, aber auch das Philosophieren "Wie bringt die Natur solch komplexe Vorgänge hervor»? und reflektieren, was ideale Lebensräume für Frosch und Co. sind.

Renaturierung – den Flüssen und Bächen Raum geben

Moderne Wasserwirtschaft bedeutet oft, alte Fehler zu korrigieren – auch im Aargau. In den eigenen Gemeinden können die Schüler:innen unterschiedlichen Fragen nachgehen: 

  • Flusskorrektion vs. Revitalisierung: Was passiert, wenn man eingedolte Bäche wieder befreit oder Uferverbauungen entfernt?
  • Visionen entwickeln: Die Schüler:innen analysieren begradigte Abschnitte und entwerfen eigene Modelle für eine lebendige Flussrenaturierung.
  • Zukunftsthema Schwammstadt: Wie können Städte durch mehr Wasser und Grünflächen kühler und sicherer gegenüber Starkregen werden?